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Mount Everest Trilogy 1996

Everest 1996 M

Mount Everest (8850 m) - Nepal - Tibet

Der Mount Everest, auch Sagarmatha (nepalesisch) oder Chomolungma (tibetisch), ist mit 8.848 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg der Erde und damit auch einer der Seven Summits. Er befindet sich im Khumbu-Himal in Nepal an der Grenze zu Tibet (Autonomes Gebiet Tibet); der westliche und südöstliche seiner drei Gipfelgrate bildet die Grenze. Auf nepalesischer Seite ist er Teil des Sagarmatha-Nationalparks, der zum UNESCO-Welterbe gehört.

Der Berg entstand, wie der gesamte Himalaya, als Folge der Plattentektonik durch die Kollision der indischen mit der Eurasischen Platte und ist nach dem britischen Landvermesser Sir George Everest benannt. Edmund Hillary und Tenzin Norgay gelang am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung des dritten Pols. Am 8. Mai 1978 bestiegen Reinhold Messner und Peter Habeler den Gipfel erstmals ohne zusätzlichen Sauerstoff.

Namen des Mount Everest

Auf Nepali wird der Berg Sagarmatha (Stirn des Himmels) und auf Tibetisch Jo mo klungs ma (in offizieller Transkription: Qomolangma; „Mutter des Universums") genannt. Der chinesische Name Zhūmùlǎngmǎ Fēng ist eine phonetische Wiedergabe des Tibetischen. Die in Europa übliche Transkription lautet Chomolungma.

Sir George Everest notierte 1841 die Lage des Berges. Everest war im Dienst der englischen Krone als Chef aller britischen Geometer tätig und erwarb sich mit der Landvermessung Indiens große Verdienste. Der zunächst als „Peak b" bezeichnete Gipfel wurde 1848 erstmals von Indien aus vermessen. 1852 gab man dem Berg den Namen Gipfel XV. Der heutige Name Mount Everest wurde 1865 zu Ehren von Everest von dessen Nachfolger ursprünglich als Zwischenlösung eingeführt.

Geologie

Der Mount Everest ist, wie der gesamte Himalaya, während der alpidischen Gebirgsbildung entstanden. Die Konvergenz der Indischen Platte und der Eurasischen Platte führte zur Schließung der Tethys mit Beginn vor etwa 50 Millionen Jahren im Eozän und in Folge zur Kollision der Kontinente Indien und Asien. Die wesentlich kleinere Indische Platte schiebt sich nach wie vor mit einer Rate von etwa drei Zentimetern pro Jahr unter Eurasien. Der Mount Everest wächst infolge der mit der Kollision verbunden Verdickung der kontinentalen Kruste noch immer, allerdings nur wenige Millimeter im Jahr. Die fortdauernde Hebung wird dabei durch isostatische Ausgleichsbewegungen verursacht, die aus dem Dichteunterschied der gestapelten Kruste im Bereich des Gebirges und der (dichteren) Asthenosphäre folgt. Der Krustenblock erhält dabei einen Auftrieb wie ein Korken im Wasser.

Durch den hohen Umschließungsdruck und die hohen Temperaturen bei der Versenkung in den oberen Erdmantel wurden die ursprünglichen Krustengesteine metamorph umgewandelt. Im Everest-Massiv besteht die unterste Einheit der Gipfelpyramide (oberhalb 5400 Meter) hauptsächlich aus metamorphen Gesteinen, vor allem dunklen, biotitreichen Gneisen. Die Grenze zu den darüber liegenden Graniten ist durch pegmatitische Gänge relativ deutlich markiert. Der so genannte Nuptse-Granit ist ein heller Granit, der neben Quarz und Feldspat hauptsächlich Musovit, Biotit und Turmalin enthält. Er verwittert typischerweise zu großen Blöcken. Auf über 7500 Meter Höhe liegen metamorph überprägte Sedimentgesteine. Diese fossilreichen mikritischen Kalksteine bis Tonsteine enthalten Trilobiten, Ostrakoden sowie Seelilien und Haarsterne (Crionidenkalk). Sie haben eine helle gelbliche Farbe und werden als Gelbes Band bezeichnet. Sie wurden bei der Gebirgsbildung auf den kristallinen Sockel aus Gneisen und Graniten überschoben und fallen nach Südwesten ein. Daher sind die Gesteine an der Südwestseite des Everest niedriger anzutreffen als an der Nordseite. Die oberste Gipfelpyramide des Everest besteht aus grauem Kalkstein mit Einlagerungen von Sand und Schutt, der nur in geringem Maße der Metamorphose unterlag.

Topografie

Die Gipfelpyramide ist durch Erosion und gewaltige Gletscher modelliert. Die drei Hauptkämme – Westgrat, Nord-/Nordostgrat und Südostgrat – untergliedern den Gipfel in drei Hauptwände – Südwestwand, Nordwand und Ostwand (Kangshung-Flanke). Außerdem trennen die Grate die Drei sich vom Mount Everest und seinen Nachbargipfeln ergießenden Gletscher: Khumbu-Gletscher, Rongpu-Gletscher (auch Rongbuk-Gletscher) und Kangshung-Gletscher.

Südostgrat und Westgrat sowie deren Fortsetzungen bilden die weitere Grenze zwischen Tibet und Nepal. Der Südostgrat verbindet den Mount Everest mit dem 8516 Meter hohen Lhotse, der niedrigste Punkt dieses Grats ist der 7906 Meter hohe Südsattel (South Col). Im weiteren Verlauf setzt sich der Grat vom Lhotse in Richtung Lhotse Shar (8415 Meter) und Peak 38 (7591 Meter) fort. Der Westgrat läuft zunächst in einen Nebengipfel – die sogenannte Westschulter – aus, welche zum Lho-La-Pass (6606 Meter) abfällt und sich dann in die Bergkette aus Khumbutse (6636 Meter), Lingtren (6714 Meter) und Pumori (7138 Meter) fortsetzt. Der auf tibetischer Seite befindliche Nordgrat verbindet den Mount Everest mit dem 7543 Meter hohen Changtse. Vom Lhotse zieht auf nepalesischer Seite in westliche Richtung der lange Bergkamm des Nuptse (7861 Meter), der vom Mount Everest durch das Tal des Schweigens und den Khumbu-Gletscher getrennt wird.

Klima

Die klimatischen Bedingungen am Mount Everest sind extrem. Im Januar, dem kältesten Monat, beträgt die Durchschnittstemperatur auf dem Gipfel -36 °C und kann auf Werte bis zu -60 °C fallen. Auch im wärmsten Monat, dem Juli, steigen die Temperaturen nicht über die Frostgrenze, die Durchschnittstemperatur auf dem Gipfel beträgt dann -19 °C. Im Winter und Frühling herrschen Winde aus westlichen Richtungen vor. Die feuchtigkeitsbeladene Luft kondensiert zu einer weißen, nach Osten zeigenden Wolke (verfälschend häufig als Schneefahne bezeichnet). Wegen dieser Wolkenfahnen hielt man den Himalaya ursprünglich für eine Vulkankette. Anhand der Wolkenfahne des Mount Everest schätzen Bergsteiger auch die Windgeschwindigkeit auf dem Gipfel ab: Bei etwa 80 Kilometer pro Stunde steht sie rechtwinklig zum Gipfel, bei höheren neigt sie sich nach unten und bei niedrigeren nach oben. Im Winter prallt der südwestliche Jetstream auf den Gipfel und kann Windgeschwindigkeiten von bis zu 285 Kilometer pro Stunde verursachen. Von Juni bis September gelangt der Berg unter den Einfluss des indischen Monsuns. In dieser Zeit fallen die meisten Niederschläge und heftige Schneestürme prägen das Wetter.

Wie in allen alpinen Regionen kann es zu raschen Wetterumschwüngen kommen. Dies gilt auch für die beiden Besteigungssaisons im Mai und Oktober. Plötzlich einsetzende Temperaturstürze, Stürme und Schneefälle von bis zu drei Metern pro Tag sind nicht außergewöhnlich. Zumeist gibt es in der jeweiligen Saison nur wenige Tage mit stabilem Wetter – die so genannten Fenstertage – an denen eine Besteigung am ehesten möglich ist.