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Sonnenplatten / Placche Zebrate

04.05.2013

Ursprünglich wollten wir bereits vom 27. April bis zum 1. Mai nach Arco fahren. Aber wie so häufig in diesem Jahr war selbst in Arco intensiver Regen vorhergesagt und so haben wir den Termin um eine Woche verschoben, in der Hoffnung, nun gutes Wetter zu haben. Noch am Donnertag meldete der Wetterbericht gutes Wetter für die ins Auge gefassten Tage. Am Freitag werden plötzlich die Prognosen zurückgenommen und jetzt ist offensichtlich nur noch am Samstag mit Sonnenschein zu rechnen. Das Zimmer ist aber schon seit ein paar Tagen gebucht und der Urlaub genehmigt und so starten wir am frühen Morgen in Richtung Italien. Gegen 11 Uhr treffen wir in der Pension in Arco ein und werden sehr freundlich von der Besitzerin Marisa empfangen. Ich kann schon gar nicht mehr sagen, wie oft ich hier zu Gast war, aber 15 Mal werden sicher zusammenkommen. Wir beziehen unser Zimmer und sind gegen Mittag am Parkplatz bei den Sonnenplatten. Die Wahl fällt auf meine Lieblingsroute die Rita IV, die mit ihrer Länge von 400 m ein guter Auftakt ist. Obwohl ich dieses Jahr nur ein oder zwei Mal in der Kletterhalle zum Klettern war, klappt es ganz gut und wir kommen flott voran. Beim Erreichen des Ausstiegs liegt die Route bereits im Schatten und es geht ein unangenehm kalter Wind. Rasch steigen wir ab und fahren nach Arco. Neben den obligatorischen Besuchen in den gut sortierten Sportgeschäften ist das Ziel die Eisdiele bei der Kirche. Das Eis ist hier so fantastisch, dass es mir bisher noch nicht gelungen ist, die Eisdiele zu ignorieren. Zu meiner Überraschung sind derzeit aber offensichtlich weniger Gäste in Arco wie sonst, was sicherlich auch an dem wechselhaften Wetter liegt. Das kommt mir natürlich zugute, da ich ohnehin noch ein paar Ausrüstungsgegenstände in den Sportgeschäften kaufen will und es mir lieber ist, wenn diese nicht so voll sind. Mit einem gemütlichen Abendessen beschließen wir den ersten Tag.

05.05.2013

Am Morgen sind bereits die ersten dicken Wolken am Himmel und es ist nicht abschätzbar, wie lang das heute noch trocken bleibt. Aufgrund der unsicheren Wetterlage entscheiden wir und für den Klettersteig Via attrezzata Monte Albano, der sich im Steilabsturz der über Mori dominierenden Wände befindet. Es war der erste Sportklettersteig der Alpen (1967) und ist immer noch eine Herausforderung für jeden ambitionierten Klettersteiggeher. Nach der Ankunft in Mori gehen wir durch die engen Gassen, wo die örtliche Feuerwehr gerade eine Übung abhält. Als wir uns dort nach dem Weg zum Einstieg erkundigen erfahren wir beiläufig, dass der Klettersteig derzeit gesperrt ist. Die genaue Ursache bekommen wir jedoch nicht heraus, da der Befragte der deutschen Sprache nicht mächtig ist und Englisch nur bruchstückhaft beherrscht.
Was sollen wir mit dem angebrochenen Tag tun? Es sieht im Moment nicht gerade nach Regen aus, aber jetzt noch zu den Sonnenplatten fahren und in eine lange Route einsteigen ist mir doch zu heikel. Daher fahren wir zunächst nach Riva am Gardasee und gehen entlang der fast leeren Strandpromenade. Am Nachmittag geht es zurück nach Arco und bei strömenden Regen bewundern wir die Aufführungen einer Trachtengruppe auf dem Platz des dritten Novembers. Die begleitende Trommlergruppe flüchtet schließlich unter ein Vordach und spielt noch lange weiter. Am Abend lässt der Regen nach, aber es bleibt den Rest des Tages kühl.

06.05.2013

Das Wetter bleibt weiterhin unbeständig und so steht heute der relativ kurze Colordri Klettersteig auf dem Programm. Dieser leichte Klettersteig liegt nördlich des Burgfelsen von Arco. Der Ausgangspunkt befindet sich beim Schwimmbad. Zunächst geht es durch ein Wäldchen mit mehreren Bolderblöcken zum Einstieg. Über den bestens versicherten Klettersteig erreicht man in etwa einer halben Stunde den Ausstieg, von dem der Weg zum Gipfelkreuz des Colodri führt. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf Arco und dem Fluss Sarca, der wenige Kilometer später bei Riva in den Gardasee fließt. Für den Abstieg wählen wir den Fußweg über die Wallfahrtskirche Santa Maria di Laghel nach Arco. Dort geht es zum Kaffee neben der Kirche S.M. Assunta di Arco, wo wir uns über das unbeständige Wetter unterhalten. Der ursprüngliche Plan drei Tage zu klettern musste leider abgeändert werden, weil das Wetter nicht so mitgespielt hat, wie es zuvor angekündigt war. Für Morgen ist nochmals gutes Wetter vorhergesagt und so wollen wir nochmals einen halben Tag klettern gehen.

07.05.2013

Wie schon ab Vortrag ist das Wetter nicht dazu geeignet, in eine lange Tour einzusteigen. Sehr schade, aber es ist nicht zu ändern. Nach dem Frühstück fahren wir zurück zur Autobahn und steuern nach 100 km das Provinzstädtchen Bozen an und besuchen das MMM Firmian (Messner Mountain Museum auf Burg Sigmundskron).
Das Schloss ist ein wichtiges politisches Symbol für die Südtiroler: 1957 fand hier unter der Führung von Silvius Magnago die größte Protestkundgebung in der Geschichte des Landes statt. Über 30.000 Südtiroler versammelten sich in der Burganlage, um gegen die Nichteinhaltung des Pariser Vertrages zu protestieren und eine eigenständige Autonomie zu fordern (Los von Trient). Vor Kurzem wurde das Schloss bzw. die Ruine von der autonomen Provinz Bozen erworben. Im weißen Turm des Schlosses befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte von Sigmundskron.

Reinhold Messner viertes Museum beinhaltet schwerpunktmäßig tibetanische Ausstellungsstücke, wie kostbare Buddha Skulpturen und eine riesige Gebetsmühle.

Nach der Besichtigung geht die Fahrt weiter in Richtung Brenner, wo es entlang des ganzen Hauptkammes wieder intensiv regnet. Zum Schluss bleibt doch das positive dieser Reise im Gedächtnis: ein schönes Klettererlebnis in einer herrlichen Berglandschaft mit mediterranem Flair.

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