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Hindelanger Klettersteig

02.06.2011

Bei der Anreise nach Oberstdorf sind die Gipfel aus der Ferne noch gut sichtbar, aber in Oberstdorf verhindert eine Nebelschicht die Sicht auf das Nebelhorn. Pünktlich um 8:30 verlässt die Gondel die Talstation und taucht in die Nebelschicht ein.
Mit zunehmender Höhe wird der Wind stärker und im Gegenzug die Sicht besser. An der Zwischenstation beim Edmund-Probst-Haus (1927m) ist aus dem Wind schon ein ausgewachsener Föhnsturm geworden. Dafür ist der fünf Kilometer langen Grat, der das Nebelhorn mit dem großen Daumen verbindet, nicht mit Wolken verhangen.
Eine weitere Gondel bringt uns zur Gipfelstation der Nebelhornbahn (2224 m). Hier ziehen wir im Windschatten des Gebäudes den Klettergurt an. Die Route führt von der Seilbahnstation kurz abwärts, dann über eine erste Graterhebung hinweg zum eigentlichen Einstieg, die eine senkrechte Leiter markiert. Über den Wengenkopf (2235 m) weiter an dem zunehmend exponierten Grat entlang, auf dem man dem Föhnsturm voll ausgesetzt ist.
Auf der Leeseite der Gratschneide kondensiert die Feuchtigkeit und verhindert die Sicht ins Tal, was teilweise zu einer gespenstischen Stimmung führt. Im weiteren Verlauf hilft eine Eisenleiter über einen Felsabbruch hinab, dort unter einer senkrechten Wand weiter abwärts und am Kamm in Schrofengelände zur markanten Scharte zwischen den Wengenköpfen. Eine schräge Leiter und Drahtseilhilfe gelangt man wieder zum Kamm. Nach einigem Auf und Ab gelangt man auf den Östlichen Wengenkopf (2207 m).
Kaum ist man oben, geht es wieder über eine exponierte Leiter hinunter in eine nächste Scharte und mit einem Gegenanstieg zu den Zwiebelsträng (2135 m). Man überschreitet die letzten Gratzacken, ehe eine Leiter in einen Schrofensattel (ca. 2170 m) hinunterführt. Kurz darauf gelangt man auf den Weg hinunter zum Laufbichlsee und von da südwestlich auf dem Koblat zur Zwischenstation der Nebelhornbahn. Geben 16:30 Uhr, stehen wir vor der total im Nebel liegenden Seilbahnstation, die ohne die vorhandenen Wege oder genaue Koordinaten kaum auffindbar gewesen wäre.

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