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Höllental-Klettersteig 2012

26.05.2012

Um 4:00 Uhr starten Radu, Daniel und ich von Holzgerlingen in Richtung Zugspitze. Unser Plan ist die Begehung des Jubiläumsgrates von der Zugspitze zur Alpspitze in möglichst einem Tag. Gegen 7 Uhr sind wir in Garmisch-Partenkirchen und haben noch reichlich Zeit, um in einer Bäckerei zu frühstücken, bevor wir im Anschluss zum Eibsee fahren. Von hier geht es mit der ersten Bahn um 8:00 Uhr hinauf zur Zugspitze, die heute eine herrliche Fernsicht bietet. Allerdings hat es für die Jahreszeit noch enorm viel Schnee in der Gipfelregion und wir müssen bereits von der Aussichtsplattform zum Gipfel der Zugspitze mit Steigeisen gehen. Von dort bis zur Abzweigung zum Höllental-Klettersteig ist die Schneebeschaffenheit nicht optimal. In der Nacht hat sich ein leichter Deckel über den sonst grundlosen Schnee gebildet, der jedoch nicht tragfähig ist. Besorgt schaue ich mir den Weiterweg in Richtung Alpspitze an und komme schnell zu dem Entschluss, von dem geplanten Unternehmen Abstand zu nehmen. Das Risiko hier mit einer Wechte oder einem Schneebrett abzugehen, ist enorm groß. Die Absicherung mit dem Seil ist in den kritischen Passagen zwingend erforderlich, was unweigerlich aber auf Kosten der Geschwindigkeit geht.
Auf dem Grat selbst ist keine Spur vorhanden und somit würden wir vermutlich einen Tag bis zur Biwakschachtel und einen weiteren Tag für die Distanz von dort bis zur Kreuzeckbahn benötigen. Mir ist aber das Risiko insgesamt zu hoch und so unterbreite ich den Vorschlag, über den Höllental-Klettersteig zu Höllentallangerhütte und weiter durch die Höllentalklamm abzusteigen.
Nach kurzer Beratung gehen wir in unserer Spur zurück bis zur Abzweigung zum Höllental-Klettersteig und beginnen mit dem Abstieg über diese Route. Auch hier ist der Schnee sehr weich und die Stahlseile sind noch überwiegend unter dem Schnee begraben, wodurch wir uns zwangsläufig in dem exponierten Gelände mit dem Seil sichern müssen. Mit drei Personen und einem 30-Meter-Seil benötigen wir mehr als eine Stunde, bis wir die Irmerscharte erreichen.
Ab dort sind zum Glück die Stahlseile über weite Strecken schneefrei und es geht etwas flotter voran. Allerdings müssen mehrere steile Schneerinnen gequert werden, in denen die Stahlseile erneut unter dem Schnee liegen. Auch hier gehen wir kein unnötiges Risiko ein und sichern uns mit dem Seil.
Der erste Bergsteiger kommt uns kurz oberhalb des Höllentalferners von unten entgegen. Zwei weitere treffen wir an der unproblematischen Randkluft und informieren sie über die Bedingungen oberhalb der Irmerscharte.
Auf dem Gletscher ziehen wir dann endlich die Steigeisen aus und bahnen uns den Weg durch den teilweise knietiefen Schnee nach unten. Oberhalb dem Brett treffen wir dann mehrere Gruppen, die zum Teil weder Pickel noch Steigeisen mit sich führen. Sie befinden sich aber schon alle wieder im Abstieg und somit besteht kein Handlungsbedarf.
Unterhalb der Leiter ist noch ein letztes steiles Schneefeld zu überwinden, bevor es dann im Eilschritt zur Höllentallangerhütte geht. Die Hütte und die Hölltentalklamm wurden gestern eröffnet und viele Besucher sitzen auf der Terrasse vor der Hütte genießen die Sonne und das herrliche Bergpanorama. Wir gesellen uns dazu und gönnen uns eine Erfrischung.
Nach dieser verdienten Pause führt uns der Weg durch die beeindruckende Höllentalklamm, in der noch reichlich Schneereste vorhanden sind. Nach diesem fotografischen Highlight geht es nach Hammerbach, von wo aus wir mit dem Zug und Bus zurück zum Eibsee fahren. Die Rückfahrt auf der nahezu leeren Autobahn war entspannend und wir sind um 20:00 Uhr Zuhause.

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