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01. Mai 2003

Im knietiefen Schnee vom Basislager bis auf die Höhe von 6300 m

Wegen der akuten Lawinengefahr am "Eiger" müssen wir diese Passage noch vor Sonnenaufgang hinter uns lassen. Aus diesem Grund starten wir um 4:00 Uhr früh vom Basislager und müssen uns mühsam den Weg über die riesigen Lawinenkegel suchen. Bei Nacht und nur mit dem kleinen Lichtkegel der Stirnlampen ein schwieriges Unternehmen. Ich bin überrascht über die Ausmaße der Lawinenabgänge am Vortag. Nach einer Stunde haben wir den gefährlichen Abschnitt überwunden und kommen in das Gletscher - Hochbecken unter der Dhaulagiri - Nordwand.
Wir sind über die erheblich größeren Neuschnee - Mengen, als erwartet, sehr überrascht. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung legen wir in gut 30 cm tiefem Neuschnee die Spur neu an.
Um 10:30 Uhr erreichen wir dann unser Lager I in 5700 m Höhe. Die Zelte sind zwar stark eingeschneit, aber es ist keines beschädigt. Die Sonne brennt auf uns herunter und wir entscheiden uns für eine zweistündige Pause, um für den weiteren Aufstieg neue Kräfte zu tanken. Um 12:30 Uhr verlassen wir das Lager I mit dem Ziel, die auf dem Weg angelegten Depots aufzuheben und das Material zum Lager II in 6600 m zu bringen. Diese Depots wurden beim letzten Aufstieg zum Lager II wegen eines Wettersturzes angelegt. Wir waren der Meinung, dass es auf dem Rücken zum Lager II eher weniger Schnee hat. Aber weit gefehlt. Hier war der Neuschnee fast durchgängig knietief und es artete in eine harte Spurarbeit aus. Wir haben die drei Depots auf der Strecke gefunden und haben das gesamte Material bis zum Depot in 6300 m hinaufgebracht.
Weiter haben unsere Kräfte einfach nicht mehr gereicht. Aber 1600 m unter diesen Bedingungen aufzusteigen ist mehr als nur eine bemerkenswerte Leistung. Dafür wurden wir mit einer grandiosen Aussicht auf die Annapurna-Gipfel belohnt.
Nachdem der Wind, wie im Wetterbericht angekündigt, stark erhöht hat, beginnen wir den Abstieg zum Lager I gegen 14:00 Uhr. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang sicheren wir unsere Zelte für den angekündigten Sturm, der morgen den Dhaulagiri erreichen soll.

02. Mai 2003

Abstieg im Sturm vom Lager I

Gegen 3:00 Uhr rütteln starke Windböen am Zelt und an ein weiter schlafen ist nicht mehr zu denken. Schnell packen wir unsere Ausrüstung zusammen und verlassen das Lager I bei Sturm um 5:00 Uhr.
Die vom Wind mitgerissenen Schneekörner schmerzen in den Augen und wir müssen unverzüglich die Sturmbrillen und dicke warme Handschuhe gegen die tiefen Temperaturen anziehen. Erst als wir im Gletscher - Hochbecken ankommen, ist der Wind nicht mehr so stark und die Temperaturen sind erträglicher. Die Lawinenkegel am "Eiger" sind seit gestern nochmals angewachsen und die Spuren vernichtet worden. Mit äußerster Sorgfalt muss der Abstieg in dieser Passage bewerkstelligt werden, damit man bei einer Steilheit von 45° nicht ausrutscht. Pünktlich zum Frühstück sind alle wieder im Basislager und lassen sich das Essen schmecken. Im Basislager ist, außer den Schneefahnen im Gipfelbereich von dem starken Wind nichts zu sehen. Am morgen rufen wir über Email den neuesten Wetterbericht ab. Darin wird ausdrücklich nochmals eine Sturmwarnung ausgesprochen, die im Mount Everest Basislager bis zu 35 m/s betragen soll. Wir hoffen, dass wir von solchen Windgeschwindigkeiten verschont bleiben, sichern aber alle Zelte nochmals gegen den Sturm ab.

03. Mai 2003

Orkan im Basislager

Am Morgen ist das Wetter noch recht schön, allerdings sind im Gipfelbereich schon lange Schneefahnen zu erkennen. Den Vormittag verbringe ich mit lesen. Ab dem Mittag ziehen dann dicke Wolken heran und der Wind wird von Stunde zu Stunde stärker.
Gegen 16:00 Uhr fliegt dann das Küchenzelt davon und damit beginnt die Serie der Zerstörung durch den starken Sturm. Umgehend wird das Küchenzelt evakuiert und die Küche zieht in das Materialzelt um. Die Sturmböen sind so stark, dass man sich kaum noch auf den Füssen halten kann (80 - 90 km/Std.). Alle versuchen die Zelte mit weiteren Verspannungen zu sicheren. Die Sicht ist teilweise weniger als 10 m, wenn man sich mitten in einem Schneegestöber befindet.
Danach geht auch das Messzelt kaputt und wie hoffen, dass es nicht ganz wegfliegt. Es herrscht Weltuntergangsstimmung im Basislager und überall stehen die Leute vor den Zelten und versuchen zu retten, was zu retten ist. Niemand hier im Basislager hat je so einen Sturm erlebt.
Am Abend beschließen wir, die Zelte soweit wie möglich leer zu räumen, damit nach einer Zerstörung der Zelte nicht unnötig viel Ausrüstung verloren geht. Die kommende Nacht ist die Hölle, Sturmböen mit Schnee peitschen ununterbrochen gegen das Zelt. Ich liege in voller Montur im Schlafsack, damit ich mich im Ernstfall sofort in Sicherheit bringen kann. Über mehrere Stunden zucken Blitze vom Himmel und alles ist taghell beleuchtet. Die Stimmung wird dadurch noch gespenstischer und ich komme mir wie in einem Gruselfilm vor.

04. Mai 2003

Kurze Wetterberuhigung

Am frühen Morgen lässt der Sturm etwas nach und wir haben Gelegenheit eine erste Schadenbilanz zu ziehen. Die Zelte der einzelnen Mitglieder sind unversehrt. Beim Messzelt sind mehrere Stangen gebrochen und Nähte wurden aufgetrennt. Nach dem Frühstück machen wir uns an die Reparaturarbeiten und versuchen alles wieder in den Zustand zu bringen, dass die Zelte weitere Sturmtage aushalten können.
Für die nächsten zwei Tage ist weiterhin starker Sturm angekündigt. Am Nachmittag fängt es zum Schneien an, glücklicherweise ist die Windstärke nur gering.

05. Mai 2003

Der erneut angekündigte Sturm ist zum Glück ausgeblieben

Am späten gestrigen Abend haben wir aus Sicherheitsgründen unser Messzelt abgebaut. Christoph Lafaille, der Profibergsteiger, hat uns eine erneute Sturmwarnung zur späten Stunde überbracht. Nach diesem Bericht wird von einem Sturm mit einer Geschwindigkeit von 150 km/Std. in Basislager Höhe gewarnt. Christoph Lafaille ist auch auf unserem Permit (Besteigungserlaubnis von der nepalesischen Regierung) für den Dhaulagiri, ist aber selbstverständlich eigenständig. Er ist ein sehr sympathischer Mensch und es macht sehr viel Spaß mit einem solch erfahrenen und leistungsstarken Profibergsteiger unterwegs zu sein. Er hat natürlich genau die hohen Berge schon bestiegen, die mir noch fehlen wie K2 und Annapurna. Insgesamt hat er acht 8000er, zum Teil auf neuen Routen bestiegen und zählt damit zu den ganz großen in der Bergsteigerszene. Die Nacht war dann wiedererwartend sehr ruhig. Nur in der Höhe tobte ein unerbittlicher Sturm, im Basislager selbst war es windstill. Nachdem unser Messzelt abgebaut ist, frühstücken wir heute im Freien.
Am frühen Morgen lag uns noch kein neuer Wetterbericht vor und somit ist die Wetterentwicklung in den nächsten Tagen noch ungewiss. Die Umfrage bei den Teilnehmern im Bezug auf eine eventuelle Verlängerung der Expedition kam zu dem Ergebnis, dass der Großteil verlängern würde, wenn es in der zusätzlich zur Verfügung stehenden Zeit eine realistische Chance für einen Gipfelversuch gibt. Die Expeditionsleiter Robert und Jochen überprüfen nun, unter welchen organisatorischen Voraussetzungen das möglich ist. Flug - Umbuchung, Träger, Verpflegung usw. Alle Expeditionen im Basislager hoffen jedoch auf eine baldige Wetterbesserung, damit wieder Bewegung in das Unternehmen hineinkommt. Kurz nach 7:00 Uhr MEZ fand dann das zweite Live Interview bei SWR 4 mit Michael Welter statt, in dem nochmals auf die Wetterproblematik eingegangen wurde. Am Nachmittag setzt wieder Schneefall ein und der beste Platz ist im trockenen Zelt.

06. Mai 2003

Noch keine durchgreifende Wetterbesserung

Am frühen Morgen sind unsere Hochträger in Richtung Lager I aufgebrochen. Zuerst ist es wolkenlos, aber nach wenigen Stunden ziehen wieder Wolken auf. Zuvor stellen wir unser Messzelt wieder auf, welches wir vor zwei Tage wegen des angekündigten Sturmes abgebaut haben. Danach beginnt es wieder zu schneien und wir verbringen den Rest des Tages in den Zelten. Am Nachmittag treffen unsere Hochträger vom Lager I kommend wieder im Basislager ein. Sie berichten, dass die Zelte nicht beschädigt wurden, jedoch tief unter dem Schnee liegen. Unsere weiteren Pläne sehen folgendermaßen aus: Mittwoch Aufstieg zum Lager I - Donnerstag Aufstieg zum Lager II - Freitag Versicherungsarbeiten zwischen Lager II und Lager III mit einer weiteren Übernachtung im Lager II - Samstag Abstieg ins Basislager. Letztendlich entscheidet aber das Wetter, was möglich ist.

07. Mai 2003

Erneutes Spuren zum Lager I (5700 m)

Wir starten um 5:00 Uhr vom Basislager. Obwohl die Sherpas erst gestern am späten Nachmittag vom Lager I abgestiegen sind, sind alle Spuren wieder unter einer Neuschneedecke verschwunden. Kaum haben wir den "Eiger" hinter uns gelassen muss im Gletscherbecken im knietiefen Schnee ein neuer Weg angelegt werden. Mühsam quälen wir uns nach oben. Die schwedische Expedition steigt heute auch nach oben, sie sind aber so langsam, dass sie für die Spurarbeiten nicht infrage kommen. Christoph Faille mit seiner unglaublichen Ausdauer, Robert, Jochen, Christoph und ich legen den Weg wie ein Schneepflug nach Lager I an.
Dort angekommen wartet eine erneute Herausforderung auf uns. Von den Zelten schaut gerade mal die obere Spitze heraus, der Rest ist unter dem Schnee begraben. Nach einer weiteren Stunde harter Arbeit mit der Schaufel sind die Zelte freigelegt und man muss jetzt zum Zelteingang erst einmal 1,50 m im Schnee absteigen.
Am Nachmittag gibt es erneuten Schneefall und wir entscheiden, am nächsten Tag ohne Gepäck nach Lager II aufzusteigen und das Depot in 6300 m Höhe aufzulösen. Gleichzeitig aber für die Sherpas die Möglichkeit zu schaffen weiteres Material nach Lager II zu bringen.

08. Mai 2003

Materialtransport vom Lager I (5700 m) nach Lager II (6600 m)

Ein Teil der Mannschaft spurt den Weg vom Lager I in dem knietiefen Schnee in Richtung Lager II. Nur sehr mühsam kommen wir in dem tiefen Schnee voran und wir müssen uns regelmäßig in der Spurarbeit abwechseln.
Als wir dann die Höhe von 6300 m erreichen, stellt sich die bange Frage: Wo ist unser Depot, welches wir beim letzten Vorstoß angelegt haben? Jochen hatte die Position zwar mit dem GPS aufgenommen, dann aber doch aus irgendeinem Grund die Koordinaten wieder gelöscht. Die Markierungsstange schaut gerade mal 10 cm aus dem Schnee. Wir graben einen Meter herunter und finden immer noch nichts. Jochen sondiert den näheren Umkreis und er ist sich sicher, hier muss es sein! Dann in 1,50 m Tiefe finden wir die Zelte und die Seile. Wir sind überglücklich, dass wir das Depot wieder gefunden haben - nicht vorstellbar, welcher Schaden uns entstanden wäre, wenn wir es nicht gefunden hätten!
Die Sherpas der schwedischen Expedition graben den halben Hang um und finden ihr Depot mit Zelten und persönlichen Ausrüstungen nicht mehr. Wir lösen unser Depot auf und bringen das Material weiter nach oben. Kurz darauf wird die Sicht so schlecht, dass wir in der Höhe von 6500 m ein erneutes Depot einrichten müssen. Den endgültigen Platz für Lager II können wir im Schneetreiben nicht mehr finden. Vor allem die Beurteilung, ob der Lagerplatz sicher ist, ist bei 50 m Sicht unmöglich. So drehen wir um und steigen zurück zu Lager I.

09. Mai 2003

Erste Nacht im Lager II (6600 m)

Heute gehen unsere zwei Sherpas mit leichtem Gepäck voran und treten die Spur vom Vortag hinauf zum Lager II neu. Mit den schweren Rucksäcken sind wir für diese Erleichterung sehr froh und wundern uns über die Distanz von unserem Depot, welches wir gestern angelegt haben (6500 m), bis zum eigentlichen Lager II.
Dort angekommen beginnen wir sofort mit dem Herausschaufeln der Zeltplattformen. Bei einer Hangneigung von ca. 40° ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Kaum stehen die ersten Zelte, beginnt es leicht zu schneien und wir sind froh über unsere schützende Haut. Nach und nach treffen die einzelnen Teilnehmer im Lager ein und verziehen sich in die Zelte.
Am späten Nachmittag können wir auf das Wolkenmeer unter uns sehen, bis sich auch diese Wolkendecke am Abend in Glanz auflöst und eine herrliche Atmosphäre liefert. Zu zweit in den kleinen Zelten bedeutet, dass sich zu einem Zeitpunkt immer nur einer bewegt. Aber irgendwie bekommen Christoph und ich es doch hin, dass wir das lästige Kochen hinter uns bringen. So richtig schmecken tut uns nichts und auch das Trinken will nur mit Mühe hinunter, obwohl wir wissen, dass es wichtig ist. Ich liege in der Nacht mit Rückenschmerzen neben dem friedlich schlafenden Christoph und weiß nicht, wie ich mich am besten hinlegen soll. Zu alle dem prasseln ununterbrochen die vom Wind mitgerissenen Schneekristalle gegen das Zelt.

10. Mai 2003

Abstieg vom Lager II (6600 m)

Die ganze Nacht hat es Schnee gegen unser Zelt geblasen und das schon sehr kleine Zelt wurde immer kleiner und kleiner. Gegen 5:00 Uhr wird es dann hell und wir mussten feststellen, dass das Zelt bis zum Giebel vom Schnee eingeschlossen ist und auch der Eingang nur noch eine Öffnung von ein paar Zentimetern bietet. So bleibt uns nichts anderes übrig, als unseren Eingang von anderen Zeltgemeinschaften freischaufeln zu lassen. In Anbetracht des starken Windes und den Anstrengungen der letzten zwei Tage mussten wir unseren Plan zum Anbringen von Fixseilen oberhalb von Lager II aufgeben. Abgesehen vom Wind und den anwehenden Schneekristallen war der Morgen wunderschön und die Aussicht grandios.
Wegen des erneut angekündigten starken Windes schaufeln wir die Zelte aus und bauen sie wieder ab. Ein Verlust der Zelte hätte fatale Folgen für die Expedition.
Die Aufstiegsspur vom Vortag ist leider nicht mehr vorhanden und so bahnen wir uns den Weg hinunter zum Lager I. Im Lager I machen wir einen kurzen Stop und deponieren dort unsere Ausrüstung für den nächsten Aufstieg. Auch der weitere Abstieg zum Basislager muss gespurt werden. Obwohl es erst 10:00 Uhr ist, haben wir schon starke Bedenken im Bezug auf Lawinen bei der Querung unter dem "Eiger". Lawinen kommen keine, dafür stollen meine Steigeisen in dem aufgeweichten Schnee sehr stark. Ich ziehe sie aus, bereue es aber schon nach wenigen Hundert Meter wieder. Jetzt ist es unter dem aufgeweichten Schnee wieder glatt und ich schleiche mich unter Zuhilfenahme des Pickels Schritt für Schritt hinunter. Gegen 11:00 Uhr sind alle wohlbehalten im Basislager und lassen sich das Mittagessen schmecken. Am Nachmittag ist Duschen angesagt und dann zählt nur noch ausruhen.

11. Mai 2003

Neue Energie wird aufgetankt

Mann glaubt gar nicht, wie tief und fest man im Vergleich zu den Hochlagern hier im Basislager schlafen kann. Auf jeden Fall fühle ich mich heute Morgen richtig gut und auch das Wetter zeigt sich am Morgen von seiner besten Seite mit herrlichem Sonnenschein. Alle haben bei dem letzten Ausflug zum Lager II einige Pfunde an Gewicht verloren und so geht das Essen entsprechend schnell zur Neige, was aber für unseren Koch kein größeres Problem darstellt. Am Vormittag besprechen wir dann die weitere Strategie der Expedition. Nach den uns vorliegenden Wetterberichten müssen wir erkennen, dass wir in dem uns vorgegebenen Zeitraum bis zur Abreise aus Nepal am 23.05.2003 leider keine Gipfelchancen mehr haben.
In den nächsten Tagen hat es oberhalb von 7000 m Höhe wieder sehr starker Wind. Bergsteigerische Aktivitäten sind in dieser Zeit nicht möglich. Die einzige Hoffnung liegt in einem Zeitfenster vom 19.05. - 21.05.2003 in dem die Meteorologen eine mögliche Wetterberuhigung vorhersagen. Aber auch hierüber geben sie keine Garantie ab, es kann genau so gut sein, dass in dieser Saison dieses "Schön Wetterfenster" ganz ausbleibt und dadurch die meisten oder alle Expeditionen im Himalaya ohne Gipfelerfolg heimkehren. Bis dato glauben wir aber nach wie vor an eine Chance für uns und aus diesem Grund beschließen wir, die Expedition bis zum 30.05.2003 zu verlängern. Die meisten Teilnehmer wollen diesen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Zwei Expeditionsmitglieder überlegen sich diese Option bis morgen und danach werden die Flüge umgebucht. Ohne einen ernsthaften Versuch in Richtung Gipfel möchten wir nicht die Rückreise antreten. Jeder Einzelne hat so viel Zeit, Geld und Energie in dieses Unternehmen investiert, dass wir nicht einfach unverrichteter Dinge vom Basislager ziehen können. Für die kommenden Tage heißt es somit: Ruhe bewahren und den richtigen Zeitpunkt abwarten. Die Akklimatisation ist mit der Übernachtung im Lager II abgeschlossen und nun muss uns das Wetter einen Versuch zulassen.

12. Mai 2003

Verwirrung bezüglich des Wetters

Nach Mitternacht bläst ein starker Wind aus östlicher Richtung und an einen ruhigen Schlaf ist nicht mehr zu denken. Kaum ist die Sonne da, lässt der Wind nach und man denkt sofort, dass heute gute Bedingungen am Berg sind. Später stellen sich an den Gipfeln doch noch Schneefahnen ein und somit ist der Wind gut sichtbar. Nach nochmaligem Studium der Wetterberichte wird die Entscheidung getroffen, dass dann die Sherpas morgen nach Lager II aufsteigen sollen und die Strecke zwischen Lager II und Lager III mit Fixseilen versehen sollen. Diese Aufgabe ist sehr anspruchsvoll, da in diesem Abschnitt sehr hartes Wintereis anzutreffen ist. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Sherpas dieses Problem lösen können.

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